Stimmen Sie mit mir überein, dass es sich dabei um einen Schlüsselbegriff für das Management handelt? Schließlich drückt sich ein Karrieresprung vor allem durch die Übernahme vermehrter Verantwortung aus. Personalverantwortung, Ergebnisverantwortung oder Budgetverantwortung stehen in der Regel in einem direkten Zusammenhang mit Ihrer Stellung, Ihrem Status und Ihrer Vergütung in Ihrem Unternehmen oder in Ihrer Organisation. Die Ihnen übertragene Verantwortung gibt Ihnen das »Recht« (und die Pflicht), selbstständig Entscheidungen im Rahmen eines Ihnen zugebilligten Kompetenzrahmens zur Erreichung unternehmerischer Ziele zu treffen. Und natürlich wird von Ihnen erwartet, dass Sie die »richtigen« Entscheidungen treffen und damit der Ihnen übertragenen Verantwortung gerecht werden.
Der gängige Verantwortungsbegriff geht davon aus, dass Sie die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ein gegebenes Ziel zu erreichen. Können Sie diese Maßnahmen selbstständig durchführen oder veranlassen, sind Sie für das Ergebnis verantwortlich. Dies bedeutet auch, dass Sie zum »richtigen« Zeitpunkt in der Verantwortungshierarchie eine Entscheidung herbeiführen, falls Ihr Kompetenzrahmen in der gegebenen Situation nicht ausreicht. Und es bedeutet ebenfalls, dass Sie für die Entscheidungen und Maßnahmen der Ihrem Verantwortungsbereich zugeordneten Mitarbeiter verantwortlich sind. Das bedeutet, Sie müssen dafür sorgen, dass auch Ihre Mitarbeiter die »richtigen« Entscheidungen treffen.
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wozu ich hier Selbstverständlichkeiten beschreibe, die Ihnen längst bekannt sind. Zum einen werden Sie zum hier beschriebenen Verantwortungsbegriff in Ihrem Unternehmen und bei Ihren Geschäftspartnern kaum einen grundsätzlichen Widerspruch finden, zum anderen kenne ich so gut wie keine Organisation, in der Verantwortung so gelebt wird. Verantwortung und Kompetenz sind nicht voneinander zu trennen, aber sehr häufig stimmt die Ihnen gegebene Verantwortung mit dem zugebilligten Kompetenzrahmen nicht überein. Gerade in größeren Unternehmen beschneiden zentrale Strukturen Ihre Kompetenzen dermaßen, dass es Ihnen häufig schwer fällt, Ihrer Verantwortung zur Erreichung gegebener Ziele zeit-, sach- und kosten gerecht nachzukommen. Bei kleineren Unternehmen und Selbstständigen wird diese »Beschneidungsrolle« von komplexen staatlichen Auflagen übernommen, die Sie zunehmend vor die absurde Alternative stellen, das Ziel zu erreichen oder gegen irgendwelche Verordnungen zu verstoßen. Zu allem Überfluss ist »Verantwortung« eine beliebtes Betätigungsfeld für politische Ränkespiele missliebiger Kollegen, Vorgesetzter und Kunden. Vor dem Hintergrund, dass die unzureichende oder fehlerhafte Wahrnehmung der übertragenen Verantwortung als eine »Todsünde« des Managers angesehen und mit entsprechenden Konsequenzen geahndet wird, ist es nahezu unausweichlich, dass der gängige Verantwortungsbegriff vielfach mit Angst und Leiden im Zusammenhang steht.
Und zuletzt ist dieser Verantwortungsbegriff vollkommen absurd. Er erzeugt Angst, Leiden und Schuldgefühle gerade deshalb, weil er in Ihrem Inneren ein Empfinden von Verantwortung für etwas erzeugt, für das Sie gar nicht verantwortlich sind. Und er versperrt Ihre Sicht auf das, wofür Sie wirklich verantwortlich sind, wodurch wiederum der Zustand von Angst und Leiden aufrecht erhalten wird, weil Sie aus Unwissenheit Ihre Verantwortung nicht wahrnehmen. Dies ist der Preis für das rauschhafte Gefühl, Macht und Kontrolle auszuüben und dafür überdurchschnittlich entlohnt zu werden. Ist der Rausch eines Tages nicht mehr steigerungsfähig, weil beispielsweise das Ende der Karriereleiter erreicht oder die ausgeübte Tätigkeit schal geworden ist, fällt er wie jeder Rausch in sich zusammen und lässt Unzufriedenheit, Unbehagen und Angst übrig.
Betrachtet man den Begriff »Verantwortung« aus der gängigen Sichtweise einer nicht-dualen Spiritualität (als Beispiel seien die üblichen Aussagen der derzeit verbreiteten »Satsang-Szene« genannt), kommt es zu einem scheinbaren Gegensatz zum herkömmlichen Verantwortungsbegriff. Jedes Geschehen ist eine Erscheinung in dem EINEN, das IST. Dies schließt die »äußere Welt«, Zeit und Raum, Gedanken, Gefühle und Erfahrungen und auch den Ich-Gedanken, der »mich« von »anderen« unterscheidet, mit ein. Im Zusammenhang mit Beruf und Arbeit sei ein Zitat von Ramana Maharshi erwähnt:
»Ein Hindernis ist in dem Gefühl: ich arbeite.
Forsche nach, wer arbeitet!
Dann wird Arbeit dich nicht binden.
Sie wird automatisch vor sich gehen.
Bemühe dich nicht zu arbeiten,
aber auch nicht, der Arbeit zu entsagen
Was geschehen soll, wird geschehen.
Überlasse alles der Höheren Macht.
Ich kann nicht nach Wunsch verzichten oder nicht verzichten.«
Da Sie nicht der Täter, der Handelnde sind, sind Sie auch nicht derjenige, der Entscheidungen trifft, Maßnahmen ergreift oder irgendetwas am Geschehen kontrolliert. Insbesondere bei der Teilaussage »Was geschehen soll, wird geschehen. Überlasse alles der Höheren Macht« drängt sich unmittelbar der Eindruck auf, dass diese Aussage nicht mit dem oben dargestellten Verantwortungsbegriff vereinbar sind. Wenn Sie nicht der Handelnde sind, sondern »gehandelt werden«, können Sie auch nicht verantwortlich sein für Maßnahmen, Ergebnisse und zu erreichende Ziele.
Wenn Sie nur für einen kurzen Moment bereit sind, das, was gerade jetzt geschieht, unmittelbar und unvoreingenommen zu betrachten, werden Sie feststellen, dass Sie in der Tat die Dinge nur scheinbar beeinflussen können. Prüfen Sie es selbst nach! Können Sie einen Handlungsimpuls in irgendeiner Form an seiner Entstehung hindern? Oder ist es Ihnen schon einmal gelungen, einen Gedanken entstehen oder nicht entstehen zu lassen? Beobachten Sie es bitte selbst, lassen Sie sich nicht von irgendwelchen Lehren oder Aussagen blenden. Wo kommt ein konkreter Gedanke her? Sind Sie derjenige, der den Gedanken entstehen lässt? Können Sie bestimmen oder beeinflussen, welcher Gedanke als nächster auftaucht? Wie entsteht eine Entscheidung? Sind Sie wirklich sicher, dass ein Handlungsimpuls oder eine Entscheidung auf Grund von Überlegungen und Abwägungen von Ihnen aktiv erzeugt wird? Wo sehen Sie einen Unterschied zwischen dem, was Sie nicht kontrollieren können (beispielsweise das Wetter) und dem, was Sie steuern und kontrollieren können? Wo ist die exakte und konkrete Grenze? Wo ist diese Grenze bei Ereignissen, die nicht Ihrem Einfluss unterliegen (ein wichtiger Mitarbeiter fällt aus) und Ereignissen, die Sie glauben, steuern zu können (Sie übernehmen Teile dieser Aufgaben selbst oder übergeben diese Aufgaben einem fähigen Mitarbeiter)? Gefühlsmäßig mag diese »Grenze« beim letzten Beispiel offensichtlich sein, aber ist sie das wirklich? Eine Entscheidung und die daraus folgende Handlung geschieht als Kette mitunter komplexer, aufeinander folgender »Ereignisse« (Gedanken), die scheinbar in einer Ursache-Wirkung-Beziehung stehen. Sind Sie wirklich derjenige, der diese Ereignisse steuert? Sehen Sie selbst hin, lassen Sie sich nichts einreden.
Hier könnte die »Geschichte« nun zu Ende sein. Vielleicht lehnen Sie sich nun zurück und sagen sich, wenn ich sowieso nichts beeinflussen, steuern oder kontrollieren kann, brauche ich mir ja auch über die Verantwortung für das, was ich täglich tue, keine Gedanken mehr zu machen. Oder es baut sich in Ihrem Inneren ein massiver Widerstand gegen den Gedanken auf, dass Sie »machtlos« sind. Ein Manager ohne jegliche Macht also? Verantwortung ist nur eine Einbildung, eine Illusion? Spiritualität und Management sind tatsächlich Gegensätze?
Nein! Wobei dieses »nein« Ihnen vielleicht nicht schmecken wird. Denn das Gesagte bedeutet nicht, dass diese Ereignisse wie äußerliche Geschehnisse, Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle oder Erfahrungen zufällige Erscheinungen in dem EINEN sind, die kommen und gehen, wie es ihnen beliebt. Oder dass Sie der Spielball einer »Höheren Macht« sind, deren Willkür Sie ausgesetzt sind. Es drückt nur die Erfahrung aus, dass die Überzeugung, Sie, diese Persönlichkeit, die sich von anderen Persönlichkeiten und der Umwelt abgrenzt, seien der Urheber eines Teils dieser Geschehnisse; dass der Glaube, diese wahrgenommene Person sei der Täter in einem von ihm getrennten Universum, eine Illusion ist. Und aus dieser Erfahrung folgt zwangsläufig, dass Sie in Ihrer Essenz offensichtlich nicht dieser Täter, diese abgegrenzte Person sein können, mit der Sie sich identifizieren. Dass daher »nur« an Ihrer Identifikation etwas nicht stimmt. Wobei Sie aus der Aussage »Sie sind nicht diese wahrgenommene Person, dieses handelnde Ich« auch nicht den Fehlschluss ziehen können, Sie existieren nicht. Denn die Erfahrung von Existenz an sich können Sie wohl kaum verleugnen.
Und damit kommt die Verantwortung wieder ins Spiel. Allerdings bezieht sie sich nun nicht mehr auf diesen beliebig kleinen oder großen Kompetenzrahmen, der dieser abgegrenzten Persönlichkeit gegeben wurde. Die Verantwortung ist grenzenlos im wörtlichen Sinne. Sie ist für DAS gegeben, aus dem alle äußeren Geschehnisse, Zeit und Raum, alle Gedanken, Gefühle oder Erfahrungen, Erinnerungen, Sorgen und Projektionen entstehen, die »nichts weiter« sind als Ausdruck eines Trennungskonzepts, Ausdruck des Glaubens, Sie könnten etwas anderes sein als DAS, was Sie wirklich SIND. Und für dieses Glaubensgebäude, dieses Trennungskonzept, sind Sie in der Tat verantwortlich. Die Überzeugung, Sie seinen nur ein kleines machtloses Individuum im großen feindlichen Universum, ein Staubkorn auf einem vergessenen Planeten, ein kleines Rädchen mit eingeschränkter Kompetenz im Getriebe der Weltwirtschaft, ist die Wirkung des Trennungskonzepts, für das Sie verantwortlich sind. Denn Sie haben es gemacht und sich mit dem resultierenden »Staubkorn«, einer seiner Wirkungen, identifiziert. Um eine Analogie zu nutzen: stellen Sie sich vor, Sie seien der Intendant eines gigantischen Schauspiels und identifizieren sich selbstvergessen beim Betrachten des Spiels mit einer der erfundenen Figuren. Es ist trotz allem IHR Spiel.
Der Mechanismus, der das Trennungskonzept vor Ihrem Gewahr sein verbirgt, ist Angst: die Angst, das unteilbare EINE durch die Trennung zerstört zu haben. Es ist die Angst vor Strafe, die sich in den vielfältigen Formen der Wirkungen dieses Glaubensgebäudes oder Trennungskonzepts wiederfindet. Und da diese Angst Ihnen scheinbar den Blick auf die Ursache des Irrtums versperrt, können Sie an seinen Wirkungen auch nichts unmittelbar ändern.
Fühlen Sie sich nun erschlagen? Höre ich Protest der Form »ich soll soviel Macht und Verantwortung haben, ich soll Schuld sein«? Freuen Sie sich! Denn es gibt Ihnen die Macht zurück, die sie SIND, und hebt damit die Selbstbeschränkungen auf, die Sie sich auferlegt haben. Die immer eingeschränkte und beliebig kleine Macht und Kontrolle, die Sie gerade als Managementpersönlichkeit gegen Ihre wirkliche Macht eingetauscht haben, ist nur eine klägliche Karikatur dessen, was Sie wirklich SIND. Jagen Sie keinem Phantom hinterher, das immer ein Phantom bleiben wird und Sie durch den zugrunde liegenden Irrtum nur verletzen kann. Es geht auch nicht um Schuld, denn Schuld ist ein Konzept, das sich ausschließlich auf die Person bezieht, auf den Täter. Und der ist, wie wir gesehen haben, eine Wirkung des Trennungskonzepts, keine Ursache. Er kann nicht verantwortlich sein, er ist ein Irrtum. Genau wie alle anderen Wirkungen des Trennungskonzepts. Für DAS, was Sie SIND, hat Schuld so wie alle anderen Wirkungen keine Bedeutung.
Wofür sind Sie denn nun konkret verantwortlich, und vor allem: wie nehmen Sie diese Verantwortung war? Falls Sie nun in Allmachtsgefühlen schwelgen, unterliegen Sie wiederum einem Irrtum. Die Macht, von der ich sprach, ist keine Eigenschaft der Person, für die Sie sich halten. Solange Sie sich mit dieser Person, mit dem Täter, identifizieren, hat diese Macht für Sie keinerlei Bedeutung. Sie kann höchstens missbraucht werden, indem der Täter glaubt, sie in Anspruch nehmen zu wollen oder sie gar als Rechtfertigung zu nutzen. Der Täter kann diese Macht niemals erkennen. Um Ihnen ein Beispiel zu geben: die Macht widersetzt sich niemals, denn eine Macht, die sich irgend etwas entgegensetzt, ist eingeschränkte Macht, ein Widerspruch in sich. Wie wollen Sie als abgegrenzte Person eine solche Macht nutzen? Ihre Verantwortung besteht »nur« darin, den grundlegenden Irrtum des Trennungskonzepts erkennen und damit die Macht, die Sie SIND, zum Ausdruck zu bringen. Dies ist die einzige Verantwortung, die Sie haben. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine Übung des Verstandes, nicht um das Annehmen und die Pflege neuer Glaubensaussagen, nicht um durchzuführende Rituale und Dogmen, sondern um einen Erkenntnisprozeß. Es geht um das Erkennen dessen, was Sie immer schon unverändert SIND. Die Hilfsmittel in einem solchen Erkenntnisprozeß sind allerdings vielfältig, sie können sich in der Tat in Verstandesübungen, Erwägen von Glaubensaussagen oder Ritualen ausdrücken. Sie, die Person, der Täter, sind jedoch nicht derjenige, der das bestimmt. Oder glauben Sie allen Ernstes, dass dieser Täter entschieden hat, dass Sie gerade jetzt auf diesen Artikel gestoßen sind und ihn lesen? Illusionen führen nicht zu Erkenntnis, sie können aber als Mittel dienen, alle Illusionen zu beseitigen. Sie verhalten sich dann wie ein Dorn, mit dem Sie alle anderen Dornen entfernen.
Ich schlage Ihnen eine kleine einfache Übung vor, einfach, aber keineswegs simpel. Sie können damit lernen, Ihre Verantwortung wahrzunehmen. Diese Übung kann allerdings auch deutlich zu Bewusstsein bringen, was Sie an der Wahrnehmung Ihrer Verantwortung hindert. Erinnern Sie sich, dass das Trennungskonzept durch Angst in seinen vielfältigen Formen von Unbehagen über Ärger und Wut bis hin zur Todesangst sorgfältig verborgen wird? Bitte denken Sie also daran, es ist eine Übung, keine Könnung.
Beginnen Sie den Tag damit, dass Sie sich die Möglichkeit vor Augen halten, dass Sie tatsächlich die Verantwortung dafür haben, wie dieser Tag verlaufen wird. Und dass Sie sich möglicherweise geirrt haben in Ihrem Selbstbild, in der Person, für die Sie sich halten. Es geht nicht darum, dass Sie sich das einreden oder daran glauben müssen. Ziehen Sie nur die Möglichkeit in Betracht. Wenn Sie wollen, beschäftigen Sie sich dazu mit den Fragen, die ich oben gestellt habe und achten dabei auf die Erfahrungen, die diese Fragen mit sich bringen. Und dann fassen Sie folgenden Entschluss:
Heute will ich keine Entscheidung selber treffen.
Denn Sie, die Person, das Ich, mit dem Sie sich identifizieren, kann keine Entscheidung selber treffen. Aber sie glaubt, dies permanent zu tun und es auch tun zu müssen. Lassen Sie Entscheidungen vom SELBST kommen, von DEM, was Sie SIND. Wenn Sie in einer konkreten Situation glauben, eine Entscheidung treffen zu müssen, wenden Sie sich zunächst an dieses SELBST. In welcher Form dies geschieht, ist unerheblich. Fragen Sie beispielsweise nach oder schicken Sie ein kurzes Stoßgebet zum Himmel. Wählen Sie einfach eine Form, die Ihnen zusagt.
Immer dann, wenn Sie im Laufe des Tages daran denken oder einen kurzen Augenblick der Ruhe haben, sagen Sie sich, welche Art von Tag Sie haben wollen, was Sie fühlen möchten oder was Sie erfahren möchten. Und dann bekräftigen Sie Ihren Entschluss:
Wenn ich keine Entscheidung selber treffe, wird mir der Tag so geschehen.
Das ist alles. Diese beiden Entscheidungen, zusammen mit dem Überlassen von Urteilen, Bewertungen und Entscheidungen an das SELBST, genügen. Es ist eine einfache Übung, die von einer Textstelle aus »Ein Kurs in Wundern« abgeleitet ist. Allerdings möchte ich Sie noch einmal warnen: bekämpfen Sie sich nicht selbst! Es kann passieren, dass diese Übung erhebliche Widerstände der unterschiedlichsten Art in Ihnen erzeugt. Die einfachste Form des Widerstands besteht darin, dass Sie die Übung tagsüber einfach vergessen. Ich habe selbst sehr häufig Anläufe gemacht, auch nur den Anfang zu finden. Und nicht selten waren ausgerechnet die Tage, an denen ich mich erneut aufgerafft habe, es mal wieder zu versuchen, die größten »Katastrophen«. Die Übung kann unbewusst als Angriff auf das Ego missverstanden werden, denn sie widerspricht einer ganzen Handvoll tiefer innerer und verborgener Überzeugungen und Glaubenssätze. Lassen Sie sich nicht beirren. Sie sind nicht schwach, unwillig, unfähig oder gar schuldig, weil die Übung nicht »funktioniert«. Was soll funktionieren? Wer will, dass etwas funktioniert? Versuchen Sie es einfach weiter. Diese Übung hat mir Tage beschert, die mich aufgerüttelt und mir gezeigt haben, was ein Wunder ist, das Wunder des SEINS. Und DAS, worauf diese Übung hindeutet, ist ein wenig Unruhe wert.

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